Sonderausstellung
Erzählte Lebensgeschichte(n): Frauen in Friedland

Für Millionen von Flüchtlingen und Schutzsuchenden aus aller Welt ist Friedland der Dreh- und Angelpunkt auf dem Weg in ein neues Leben. Insbesondere Frauen erleben die Folgen von Krieg, Verfolgung und Vertreibung hautnah und müssen die belastende Situation unter schwierigen Bedingungen häufig allein oder mit Kindern und Angehörigen meistern. Die Hälfte der weltweit fliehenden Menschen sind Frauen. Auf ihrem Lebensweg werden Frauen und Mädchen mit Angst, Ohnmacht, Gewalt und Verlust konfrontiert.

Das Lager Friedland ist für einige nur eine Station, für andere dagegen ein Wendepunkt zwischen Abschied und Neubeginn. Es bietet Raum, um durchzuatmen und sich von Strapazen zu erholen. Die Geschichte des Lagers ist auch vom großen Einsatz couragierter Frauen geprägt, die hier als Helferinnen und Mitarbeiterinnen tätig waren. Überwiegend engagieren sie sich in Betreuung, Pflege und Versorgung der Ankommenden. Sie sind empathisch und hilfsbereit. Bis heute arbeiten bundesweit deutlich mehr Frauen als Männer im Gesundheits- und Pflegewesen.

Die Ausstellung „Erzählte Lebensgeschichte(n): Frauen in Friedland“ spürt einigen dieser Frauen nach und porträtiert ihre Lebenswege.

Es sind Erinnerungen der Frauen an ihre Herkunft, den schwierigen Reise- und Fluchtweg oder die Herausforderungen des Ankommens in einer neuen, teils fremden Gesellschaft, von denen uns die Akteurinnen erzählen. Ihre vielfältigen Lebenswege bilden die Geschichte von 1945 bis in die Gegenwart ab. Friedland ist ein Teil davon.

Die Ausstellung basiert auf der Sammlung des Museums Friedland. Um die persönlichen Lebensgeschichten von Menschen, die das Grenzdurchgangslager bis in die Gegenwart passiert haben, zu dokumentieren, werden fortlaufend Audio- und Video-Interviews nach dem lebensgeschichtlichen Ansatz geführt. Wenn Sie selbst Flucht und Vertreibung erlebt haben, erzählen Sie uns Ihre ganz persönliche Geschichte.

 

Zur digitalen Galerie von "Frauen in Friedland"

 

 

 

Interview mit Franka Wirth

Als Leiterin des Frauenzentrums im Grenzdurchgangslager kennt Franka Wirth die Probleme, mit denen geflüchtete Frauen konfrontiert sind. Im Interview, das wir aus Anlass des Internationalen Frauentages und der Eröffnung unserer Sonderausstellung mit ihr geführt haben, gibt sie Einblicke in ihre Arbeit und Anregungen, wie geflüchteten Frauen noch besser geholfen werden kann.