Di, 26.03.2024

Tagebuch der Krankenstation, März 1946 Objekt des Monats

Letzten Monat stand bereits das Thema der Versorgung und Verpflegung im Lager im Vordergrund. Dieses Mal soll sich der medizinischen Versorgung gewidmet werden anhand eines Krankenbuchs der Krankenstation, das im Archiv aufbewahrt wird.

Zur allgemeinen gesundheitlichen Versorgung der Ankommenden wurde vom Deutschen Roten Kreuz eine Krankenstation eingerichtet. Das Krankenbuch, auch betitelt als „Diensttagebuch für Unfallhilfestelle“, nutzten die Mitarbeitenden der Station, um die täglichen Krankheitsfälle zu dokumentieren. Das vollständig ausgefüllte Buch, das lediglich den Zeitraum von zehn Tagen abbildet (18.03.46 - 27.03.46), spiegelt die hohe Anzahl von Menschen wider, die zu dieser Zeit das Lager passierten. Pro Tag wurden bis zu zweihundert Personen in der Krankenstation behandelt. Allein im März 1946 beanspruchten 4819 Menschen ärztliche Untersuchungen.

Im Buch werden Vermerke zu den medizinisch behandelten Personen in drei Kategorien dokumentiert: Name, Diagnose und Behandlung. Häufig vorkommende Krankheitsbilder sind unter anderem Grippe, alte Wunden, Verbrennungen sowie Erschöpfung. In den Krankheitsbildern zeigen sich die Strapazen sowohl des Krieges als auch die, der teils lang zurückgelegten Wege nach Friedland. Die gesundheitliche Verfassung der Ankommenden im Lager war auch abhängig von ihrer Statusgruppe, wie ein Arzt im März 1946 berichtet.

In unserer Dauerausstellung ist ein weiterer Band der chronologisch geordneten Krankentagebücher zu sehen, der den Zeitraum 28.03. - 03.05.1946 abdeckt.

Do, 07.03.2024