Di, 14.07.2020
Grenzdurchgangslager Friedland b. Göttingen, März 1982|

Museum Friedland erwirbt Fotografien von Martin Langer

Das Museum Friedland hat 33 Fotografien erworben und damit seinen Fotobestand erweitert.

Die jetzt erworbenen Fotografien aus dem Jahr 1982 entstanden anlässlich einer Kurz-Reportage. Zu dieser Zeit war Martin Langer noch Student der Fotografie. Der gebürtige Göttinger dokumentierte über zwei Tage die Ankunft einer Aussiedlerfamilie im Grenzdurchgangslager Friedland. Die Fotoserie beginnt mit der Ankunft am Bahnhof. Hier werden die Ankömmlinge von DRK-Schwestern in Empfang genommen und in das Lager begleitet. In seinen Fotografien gewährt Martin Langer Einblicke in die Unterkünfte, begleitet die Ankommenden auf Ihren Behördengängen und bei der Versorgung durch die DRK-Schwestern. Unterwegs im Lager fängt Martin Langer mit seiner Fotokamera flüchtige Augenblicke und Gesten ein. Auf diese Weise entsteht zum Teil ein humorvolles Bild von Friedland, das dem Betrachter ein dezentes Schmunzeln entlockt.

Für seine künstlerische Arbeit ist Martin Langer mehrfach ausgezeichnet worden, u. a. mit dem Fuji Euro Press Photo Award. Große Beachtung erhielt seine Fotoreportage über die Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen im Jahr 1992.

 „Ich konnte bereits einige wichtige Arbeiten in den Sammlungen der großen nationalen Häuser platzieren. Aber es freut mich immer besonders, wenn meine Bilder auch in den Zusammenhängen landen, in denen sie entstanden sind. Und so kommen meine Friedland-Bilder nach fast vierzig Jahren quasi endlich nach Haus. Zumal Friedland für mich als ehemaligem Göttinger immer auch ein Stück Heimat-(Kunde) bedeutet.“ freut sich Martin Langer.

Bereits Ende 2019 hat das Museum einen Teil des Nachlasses des Fotografen Fritz Paul als Schenkung erhalten. Darüber hinaus gingen Fotografien aus den 1950er Jahren des Fotografen Peter Hillebrecht in die Sammlung ebenfalls als Schenkung über. Das Museum bewahrt Kulturgut mit Bezug zum Grenzdurchgangslager Friedland und dokumentiert auf diese Weise dessen Geschichte und Bedeutung. Der Bestand wird in Ausstellungen präsentiert oder anderen Museen als Leihgabe zur Verfügung gestellt.

 

Sa, 20.06.2020