Fr, 20.05.2016
Dr. Sascha Schießl präsentiert sein Buch "Das Tor zur Freiheit"

Lesung im Museum

 

Der Göttinger Historiker und Autor Dr. Sascha Schießl hat sich in seinem Buch „Das Tor zur Freiheit“ intensiv mit der Geschichte des Grenzdurchgangslagers Friedland auseinandergesetzt. Von 2008 bis 2013 führte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Georg-August-Universität Göttingen erste Recherchen für das Projekt MUSEUM FRIEDLAND durch.


Am Freitag stellte er sein Buch im Foyer des Museums Friedland erstmals der Öffentlichkeit vor. Darin geht Sascha Schießl der Frage nach, wie sich das Flüchtlingslager Friedland innerhalb weniger Jahre von einem Provisorium zum bundesweit bekannten und symbolisch aufgeladenen »Tor zur Freiheit« entwickeln konnte.

Um dies zu beantworten, veranschaulicht Schießl, wie Flüchtlinge, Vertriebene, entlassene Kriegsgefangene und Aussiedler*innen in Friedland und in der bundesdeutschen Nachkriegsgesellschaft aufgenommen wurden. Er zeigt, dass die Prozeduren zur Aufnahme von »Deutschen« in den ersten Nachkriegsjahrzehnten auf Entscheidungen und Definitionen der nationalsozialistischen Rassenpolitik und Besatzungsherrschaft zurückgriffen.

Im Anschluss an die Buchvorstellung entwickelte sich eine lebhafte Diskussion im Publikum. Dabei ging es unter anderem auch darum, dass die Stimmung in der Bevölkerung Friedlands zu kippen drohte, als das Lager im vergangenen Jahr mit mehr als 3000 Flüchtlingen überbelegt war.

[EV]

Sascha Schießl: „Das Tor zur Freiheit“ Kriegsfolgen, Erinnerungspolitik und humanitärer Anspruch im Lager Friedland (1945-1970), Wallstein-Verlag, Göttingen 2016, 480 S., €39,90


Weitere Informationen unter:

www.wallstein-verlag.de/9783835318458-sascha-schiessl-das-tor-zur-freiheit.html

 

 

 

So, 19.06.2016 Fr, 18.03.2016